Innsbruck, Telfs, 6. Mai 2009. Einmal mehr zeigt sich, dass die Bergrettung Tirol mit Abstand die meisten Herausforderungen zu bewältigen hat bei den Themen Lawinen und Lawinenrettung: 22 Tote im Bundesland, es folgen Salzburg und Steiermark mit vier bzw. drei Todesopfern.
Informationen der Austria Presse Agentur (APA):
Die bisherige Opferanzahl liegt bundesweit laut Alpinpolizei und Kuratorium für Alpine Sicherheit im langjährigen Durchschnitt bundesweit. Gestiegen sei hingegen die Zahl der Lawinenabgänge, hieß es vor einigen Tagen im ORF Radio Österreich 1.
Bei fast 140 Lawinenabgängen in ganz Österreich gab es heuer bisher etwa zehn Prozent mehr Einsätze für Alpinpolizei und Bergrettung.
Lawinentod ist Männertod
Dass von den fast 290 Beteiligten nur 18 Prozent Frauen waren, spiegelt nicht das tatsächliche Geschlechterverhältnis unter den Tourengehern wider. "Die höhere Risikobereitschaft der Männer spielt eine sehr große Rolle", betont Hanno Bilek vom Kuratorium für Alpine Sicherheit.
Und dass lediglich drei der Lawinentoten der Saison Frauen waren, komme daher, dass die Männer am Berg öfter die Führungsrolle übernehmen. Beim Einfahren in einen gefährlichen Hang sei das Risiko für den Ersten viel größer.
Unter den Toten wiederum machen die Tourengehern den Löwenanteil aus, auf Platz zwei kommen mit drei Opfern die Variantenskifahrern, während Eisklettern, Hochtouren, Klettern sowie Bergsteigen/Wandern mit jeweils einem Lawinentoten ihren Eingang in die Statistik fanden.
Saison noch lange nicht vorbei
Einige Opfer waren heuer ohne Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte unterwegs und erschwerten dadurch die Arbeit von Bergrettung und Alpinpolizei. "Allerdings kann man daraus keinen Trend für eine geringere Verwendung ableiten", erläuterte Hanno Bilek.
Derzeit sei noch jede Menge Schnee in den Bergen: "Die Saison wird noch bis über Ende Mai hinausgehen."
Die Tourengeher sollten noch sehr vorsichtig sein.
Der Winter bzw. das Hochtouren-Frühjahr ist angesichts der vielerorts prachtvollen Schneelage noch lange nicht vorbei - als Illustration zum Beispiel aktuelle Eindrücke vom Gebiet der Bischofsmütze: Obere Stuhllochscharte
DATEN & ZUSAMMENFASSUNG - Stichtag 24. April 2009 (Zahl der Unfälle und der Toten hat sich seither noch erhöht)
Erhebung: Alpinpolizei
Auswertung: Kuratorium für Alpine Sicherheit
Anzahl der Lawinenunfälle: 134
Anzahl der Beteiligten: 282
Beteiligte nach Unfallfolgen:
tot: 24
vermisst: 1
verletzt: 68
Beteiligte nach Geschlecht:
18 % Frauen
82 % Männer
Beteiligte nach Nation:
Österreich: 148
Deutschland: 75
GB: 11
F: 4
Rest andere Nationen
Lawinentote nach Disziplin:
Eisklettern: 1
Hochtour 1
Klettern 1
Tour 17
Variante 3
Wandern/Bergsteigen 1
Lawinentote nach Bundesland:
Tirol: 15
Salzburg 3 (+1 Vermisster)
Steiermark 3
Vorarlberg 2
Oberösterreich 1
Lawinentote nach Geschlecht:
Mann: 21
Frau: 3
WAS TUN GEGEN DEN LAWINENTOD?
www.apa.at
Österreichische Alpinpolizei
Kuratorium für Alpine Sicherheit





