Viele sind schlecht vorbereitet. Trotz teils hohem Können in der Senkrechten gibt es beim "einfachen" Steigen und Bewegen immer mehr schwere Unfälle. Kommentar von PETER VEIDER ...
Besonders die Jugend erlernt - im Zeitalter von Computerspielen - oft erst gar nicht die einfachen Grundtechniken. Auch Überbehütung und ungeeignete Spielplätze verschärfen das Problem.
Die Tiroler Tageszeitung (TT) hat am 21. Juli 2011 dazu einen Gastkommentar des Tiroler Bergretters und ÖBRD-Geschäftsführers PETER VEIDER veröffentlichlicht. 17 Tote hat es in den vergangenen Wochen allein in den Tiroler Bergen gegeben. Diese traurige Statistik brachte der heurige Sommer schon bisher. Tirol ist als größtes Einsatzgebiet der Bergrettung in Österreich auch bei Toten und Verletzten der Spitzenreiter, aber auch in anderen Bundesländern geht es heuer rund.

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Risken richtig minimieren
Gastkommentar von Peter Veider
Mehr als 100 Alpineinsätze seit Beginn der Sommersaison. 17 Todesopfer allein in den Tiroler Bergen, darunter zu 70 Prozent Touristen. Die vielen Bergunfälle in diesem Sommer lassen die Alarmglocken schrillen und nach den Ursachen fragen. Schaut man sich diese an, so ist es meist nicht mangelnde Ausrüstung sondern fehlendes Können beim Gehen und Steigen, das zu Unfällen führt. Ursachen, die vielleicht nicht spektakulär klingen, deren Folgen aber umso tragischer sein können.
Warum gerade so banale Ursachen die Unfallstatistiken dominieren, ist aus Sicht der Bergrettung Folge einer langjährigen Entwicklung beim Wandern und Bergsteigen im Hochgebirge. Diese ist wiederum Resultat der gesellschaftlichen Veränderung. Auf der einen Seite macht sich die Hektik in unserer stressgeplagten Zeit oft auch im Urlaub bemerkbar: In möglichst kurzer Zeit viel zu erleben, ist die Devise. Zeit für richtige Vorbereitung im Vorfeld fehlt oft.
Auf der anderen Seite hatten Eltern früher mehr Zeit für ihre Kinder, verbrachten die Freizeit in den Bergen bzw. in der Natur. In der Schule wurde noch mehr auf sportliche Betätigung geachtet. Dabei lernten Kinder und Jugendliche einfach so nebenbei das richtige Verhalten (Gehen) in der Natur. Dieses Können, sich richtig in der Natur zu bewegen, fehlt inzwischen häufig, und zwar nicht nur bei den Jungen. Dieses Können ist aber Basis jeder Unfallprävention.
Hier gilt es anzusetzen – und gefordert sind alle: Eltern, Kindergärten, Schulen, alpine Vereine – und jeder Einzelne, wenn es um Fitness und richtige Tourenplanung geht. Nur so können Risiken minimiert und der Erholungswert der Natur genutzt werden.
Ihre Meinung? E-Mail an Peter Veider ...
Sein Gastkommentar der TT im Web
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Zu diesem Thema passt auch ein Feature, das vor kurzem in ORF.at publiziert wurde:
"Sichere Spielplätze hemmen Entwicklung"
Bisher wurde alles darangesetzt, um Kinderspielplätze immer sicherer zu machen. Nun überraschen neue Studien mit Ergebnissen, die den wachsenden Sicherheitsbestrebungen völlig widersprechen. Statt die vermeintlich gefährlichen Klettergerüste zu entfernen, fordern Wissenschaftler wieder mehr Mut zum Risiko.
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