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TIROLER EINSATZ-STATISTIK für 2008 ...
1.674 Personen wurden 2008 vom Bergrettungsdienst Tirol geborgen. Die Aufschlüsselung der Einsatzdaten bringt gute Erkenntnisse über das Unfallgeschehen im führenden Bergtourismusland Österreichs.

Von Peter Veider & Gerald Lehner

Von den 1.674 in Tirol geborgenen Personen waren fast 1.500 Verletzte, 180 Unverletzte und 46 Tote. Mehr als 1.600 Einsätze gab es 2008 im Bundesland Tirol. Das sind mehr als 32.800 Einsatzstunden.

Die Tiroler Bergrettung hat 45 Prozent aller im Jahr 2008 in Österreich erbrachten Einsatzstunden des ÖBRD geleistet. Das ist das größte Einsatz- und Arbeitspotenzial bundesweit.

33.000 ehrenamtliche Einsatzstunden - allein Tirol - wären theoretisch dabei nahezu 4 „Einsatzjahre“ im Jahr 2008 – umgerechnet: Vier Tiroler Bergretter wären zur Erreichung dieser Stundenzahl ein ganzes Jahr lang 24 Stunden tagtäglich im Einsatz.
Wertschöpfung des ÖBRD für das Gemeinwohl im Land Tirol: Bei einem theoretisch angenommenen Stundensatz von 50 Euro (geringe Annahme für Fachpersonal) wäre das – allein bei Einsätzen (ohne Ausbildungszeiten) - ein finanzieller Gegenwert von fast 1,7 Millionen Euro, den die Bergrettung im Sinne des Gemeinwohls dem Tourismusland Tirol gebracht hat – allein im Jahr 2008.

Zeiten, Zahlen und Wertschöpfung für Ausbildung und Training der Einsatzkräfte sind in dieser Kalkulation noch nicht enthalten. Sie würden ein Vielfaches der 1,7 Millionen Euro ausmachen.

 Aktuelle Trends im Einsatzgeschehen 2008:
1.
Weiter Zunahme bei schwierigen Suchaktionen. Es werden immer mehr Vermisste lebend geborgen. 

2. Die meisten Toten gibt es weiterhin im eher „harmlosen“ Gelände – am öftesten beim Wandern und leichten Bergsteigen. Die meisten tödlichen Unfälle betreffen „leichtere“ topografische Umgebungen. Mit Abstand die meisten Opfer in den Bergen erliegen weiterhin Herz- und Kreislauferkrankungen.

3. Zahl der Toten insgesamt eher rückläufig

4. Die Zahl von Einsätzen auf Lawinen hat stark zugenommen, die Zahl der Lawinentoten im langjährigen Durchschnitt aber nicht.

AUFSCHLÜSSELUNG DER DATEN FÜR 2008
(ausschließlich bodengebundene ÖBRD-Einsätze, keinerlei Daten aus Flugrettung enthalten!)

1.674 Menschen insgesamt in Tirol geborgen: Verletzte, Unverletzte, Tote
Bundesweiter Trend: Zahl aller geborgenen Personen  in den letzten vier Jahren auf fast gleichem Niveau, deutlich unter dem elfjährigen Durchschnitt. 
1.448 Verletzte in Tirol aus Bergnot gerettet
Bundesweiter Trend: Gesamtzahl der geborgenen Verletzten die höchste der letzten vier Jahre, sehr deutlich unter elfjährigem Durchschnitt. 
180 Unverletzte in Tirol aus Bergnot gerettet
Bundesweiter Trend in Österreich: Gesamtzahl der geborgenen Unverletzten in den letzten vier Jahren auf fast gleichem Niveau (relativ hoch), 2008 etwas höher als im elfjährigen Durchschnitt
46 geborgene Tote in Tirol
Bundesweiter Trend: Gesamtzahl der geborgenen Toten ist die niedrigste der letzten vier Jahre, sehr deutlich unter elfjährigem Durchschnitt
AUFSCHLÜSSELUNG nach ARTEN von EINSÄTZEN

1.632 Einsätze in Tirol insgesamt
Bundesweiter Trend: Gesamtzahl der Einsätze nach zwei Jahren wieder leicht gestiegen, aber im elfjährigen Vergleich um einiges unter dem Durchschnitt
 848 Einsätze auf Tiroler Skipisten
Bundesweiter Trend: Zahl nach drei Jahren wieder leicht gestiegen, aber im elfjährigen Vergleich sehr deutlich unter dem Durchschnitt.  
672 Tiroler Einsätze im meist „leichten“ Gelände – hauptsächlich beim Wandern.  
Bundesweiter Trend: Nach zwei Jahren deutlich gestiegen, und um einiges über elfjährigem Durchschnitt.  
132 Suchaktionen für Vermisste und Abgängige in Tirol
Bundesweiter Trend: Zahl nach zwei Jahren deutlich gestiegen, auch deutlich über elfjährigem Durchschnitt.  
82 Lawinen-Einsätze in Tirol
Bundesweiter Trend: Sehr starke Zunahme, höchste Gesamtzahl in elf Jahren, sehr deutlich über elfjährigem Durchschnitt.  
52 Einsätze für Skitourengeher in Tirol
Bundesweiter Trend: Zahl nach drei Jahren weiter gesunken, weiterhin knapp beim elfjährigen Durchschnitt.  
41 Einsätze für Felskletterer und Klettersteiggeher in Tirol
Bundesweiter Trend: Zahl seit drei Jahren fast unverändert, aber doch einiges über elfjährigem Durchschnitt. Immer mehr Einsätze auf Klettersteigen – dieser Bereich des Bergsportes boomt insgesamt stark.
19 Einsätze für Eis- und Gletschergeher in Tirol 
Bundesweiter Trend: Zahl im elfjährigen Vergleich nahezu konstant.  
54 Blindeinsätze in Tirol
Bundesweiter Trend: Weiterhin vergleichsweise hohe Zahl, leichte Abnahme gegenüber 2007 (wo das elfjährige Maximum erreicht wurde).  Sehr weit über dem elfjährigen Durchschnitt.  

AUFSCHLÜSSELUNG DER 46 TOTEN  (9 davon kamen in Lawinen um)

30 Tote im „leichten Gelände“ (meistens Wanderer) 
Bundesweiter Trend: Zahlen betriffem vorwiegend Wanderer, die nach Herz- und Kreislaufproblemen versterben. Fast auf Niveau der letzten vier Jahre, leicht unter elfjährigem Durchschnitt.  

7 tote Tourengeher bzw. Variantenfahrer

Bundesweiter Trend: Leichte Zunahme in den letzten drei Jahren, leicht unter elfjährigem Durchschnitt.  

6 Tote beim Felsklettern bzw. auf Klettersteigen in Tirol
Bundesweiter Trend: Zahl der Toten beim Felsklettern verändert sich im Vergleich der Jahre wenig. 2008 liegt exakt im elfjährigen Durchschnitt.

2 tote Eis- bzw. Gletschergeher
Bundesweiter Trend: Zahl der Toten beim Eisgehen  ist eine der niedrigsten seit Jahren. Deutlich unter elfjährigem Durchschnitt.  

Ein Toter auf Skipiste
Bundesweiter Trend: Extrem starke Abnahme gegenüber 2007. Äußerst stark unter elfjährigem Durchschnitt.

Keine Vermissten tot geborgen
Bundesweiter Trend: Weiterhin vergleichsweise sehr geringe Zahlen. Weit unter elfjährigem Durchschnitt.  
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BUNDESWEITE EINSATZ-STATISTIK für 2008 (alle sieben ÖBRD-Landesleitungen)
Interpretation der bundesweiten Daten durch ÖBRD-Präsident Reinhold Dörflinger  
„Wir müssen noch stärker die vielen Bergwanderer darauf hinweisen, dass gezielte Vorbereitung auf Urlaub und Freizeit und Konditionstraining das Risiko entscheidend verringern“, sagt ÖBRD-Präsident Reinhold Dörflinger zum Phänomen der vielen Bergtoten, die weiterhin den Herz- und Kreislauferkrankungen zum Opfer fallen. Das betrifft die mit Abstand häufigste Todesursache in den Bergen. Erfreut zeigt sich Dörflinger über die vergleichsweise sehr geringe Zahl der Toten bei Unfällen auf Skipisten. Hier verweist er auf den von der Bergrettung veröffentlichten Ratgeber, der die grundlegenden FIS-Pistenregeln unters Volk bringt.
Den tendenziellen Rückgang bei den Lawinentoten führt der ÖBRD-Präsident auf die sich ständig verbessernde Ausrüstung der Skitourengeher zurück. Allerdings gebe es bei der alpinistischen Tourenplanung noch gewaltigen Nachholdbedarf bei vielen Bergsportlern: „Richtiges Spuren in geeignetem Gelände und richtige Sicherheitsabstände bei Skitouren sind ein Thema, das noch vertieft werden sollte beim Massenpublikum.“

Den anhaltenden Trend zu weniger Bergtoten insgesamt führt Dörflinger unter anderem auf wesentliche bessere Öffentlichkeitsarbeit wichtiger Akteure zurück, zu denen neben dem Kuratorium für Alpine Sicherheit und den alpinen Vereinen auch die Bergrettung gehöre.
Dass es immer mehr Suchaktionen gibt, hänge mit der zahlenmäßig gewaltigen Zunahme bei Wanderern und Bergsportlern insgesamt zusammen. Dass immer mehr Vermisste lebend geborgen werden, sei ein Zeichen für hohe Qualität des Bergrettungsdienstes und seiner Suchhunde-Teams, so Dörflinger: „Dazu kommt die Überalterung unserer Gesellschaft. Die Bergrettung und ihre Suchhunde werden immer öfter bei Suchaktionen eingesetzt, wenn Menschen aus Seniorenheimen abgängig sind.“
Einsatzkräfte bundesweit
- gegliedert nach unseren sieben Landesleitungen
Bundesweit gibt es in Österreich derzeit insgesamt 11.437 einsatzbereite Bergrettungsleute: Männer, Frauen und Jugendliche. 293 Ortsstellen bilden die Basis des Bergrettungsdienstes, betreut von sieben Landesleitungen. 197 Suchhunde der Bergrettung für Lawinenopfer und Vermisste sind bundesweit für Sie einsatzbereit.

Aufteilung nach Bundesländern bzw. Regionen
Landesleitung Tirol: 93 Ortsstellen, 4.217 Bergrettungsleute, 56 Suchhunde  
Landesleitung Steiermark: 53 Ortsstellen, 1.628 Bergrettungsleute, 23 Suchhunde
Landesleitung Salzburg: 44 Ortsstellen, 1.413 Bergrettungsleute, 44 Suchhunde
Landesleitung Vorarlberg: 31 Ortsstellen, 1.232 Bergrettungsleute, 20 Suchhunde
Landesleitung Wien/Niederösterreich: 30 Ortsstellen, 1.297 Bergrettungsleute, 11 Suchhunde
Landesleitung Oberösterreich: 23 Ortsstellen, 756 Bergrettungsleute, 18 Suchhunde
Landesleitung Kärnten: 19 Ortsstellen, 894 Bergrettungsleute, 25 Suchhunde

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Für den Inhalt verantwortlich:
Reinhold Dörflinger
, Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes (ÖBRD) – Klagenfurt
Kurt Nairz, Landesleiter der Bergrettung Tirol, Leutasch
Peter Veider, Ausbildungsleiter und Geschäftsführer der Bergrettung Tirol, Telfs
Gebhard Barbisch, Fachreferent für Informationstechnologie & Organisation, ÖBRD-Landesleiter in Vorarlberg
Gerald Lehner, ÖBRD-Bundesfachreferent für Öffentlichkeitsarbeit, Salzburg
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Enge Zusammenarbeit von GENERALI & Bergrettung bundesweit
Bei einem Pressegespräch in Wien wurden die gemeinsamen Leistungen der GENERALI Versicherung und des Österreichischen Bergrettungsdienstes (Bundesverband) für das Gemeinwohl präsentiert - anhand der aktuellen und bundesweiten Einsatz- und Versicherungsstatistik für das Jahr 2008.
BERGRETTUNG UNTER SCHUTZ DES LÖWEN  

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- 4.000 ehrenamtliche Tiroler Bergretter/innen jährlich zu 4.000 Einsätzen einrücken,
- dabei 5.000 Menschen in Bergnot helfen,
- mit der Hundestaffel bei Lawinen und Sucheinsätzen nach Vermissten suchen
- und mit Spezialtrupps für Canyoning-Unfälle und Spaltenbergungen auf Gletschern schnell dort sind, wo sie gebraucht werden.

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