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Similaun 2011: Generali-Tour mit Journalisten
Bei einer der schönsten Gletscher-Hochtouren im Rahmen der langjährigen Partnerschaft von ÖBRD und GENERALI-Versicherung haben wir dieses Mal mit 15 Journalistinnen und Journalisten in den Ötztaler Alpen den 3.606 Meter hohen Similaun bestiegen.

Österreichs Bergretter wollen für ihre ehrenamtliche Tätigkeit von den Politikern nicht nur gelobt werden. Im von der Regierung ausgerufenen "Jahr der Freiwilligenarbeit" wenden sie sich erneut mit ihren Forderungen an die Öffentlichkeit, mit dem Ziel, mehr Menschen für eine freiwillige ehrenamtliche Tätigkeit gewinnen zu können.

Gleichzeitig warnen sie davor, dass die Politik aus budgetären Gründen immer mehr ihre ureigensten Aufgaben an Private abwälzen und somit die Qualität dieser Tätigkeiten leiden könnte. "Wer am Rad der Freiwilligkeit dreht, dreht am Rad des Systems", warnte der Präsident der Österreichischen Bergrettung, Franz Lindenberg, vor heimischen Journalisten im Tiroler Bergdorf Vent.

Franz Lindenberg, ÖBRD-Präsident (links), und Harald Steirer, GENERALI-Vorstand, mit dem Transpartent der "Expedition" auf dem Similaun. 

"Das System Ehrenamt ist ausgereizt, aber noch nicht am Ende, aber die Geschichte wird immer haariger", so Lindenberg. Er fordert von den Politikern langfristige Steuerungsmaßnahmen, mit denen Anreize für freiwillige ehrenamtliche Tätigkeiten, die dem Gemeinwohl und wie im Falle der Bergrettung auch dem Tourismus dienen, gesetzt werden.

Steuerliche Absetzbarkeit
In Zeiten der permanenten Leistungs- und Gewinnoptimierung im Finanz- und Wirtschaftsbereich und dem damit verbundenen Druck auf den Einzelnen werde es immer schwieriger, Führungs- und Leitpersonal zu gewinnen, so der Österreich-Chef der Bergrettung.

Um diesem Mangel abzuhelfen, müsste der Staat die Arbeit von Freiwilligen noch stärker fördern. "Wir wollen als ausgebildetes Fachpersonal einer staatlich und gesetzlich anerkannten Rettungsorganisation auch persönliche Ausgaben für unser Ehrenamt von der Steuer absetzen können", fordert Lindenberg.

Bergretter mit 15 Journalistinnen und Journalisten auf dem Similaun (3.606 Meter).

Zeitregelung für Bundesräte als Vorbild
Weitere steuerliche Anreize sollten über Zeitanrechnungsmodelle für Einsatzzeiten erfolgen. Als Vorbild könnte die Zeitregelung dienen, die es für Mandatare - etwa Bundesräte - gebe, so Lindenberg. Zeitanrechnungsmodelle sollte es nach dem Willen der Bergretter auch für Ausbildungszeiten geben.

Organisatoren der Generali-Tour zum Similaun: Peter Veider, Geschäftsführer der Tiroler Bergrettung (links) & Kurt Nairz (Landesleiter von Tirol und ÖBRD-Vizepräsident)

Entlastung für Arbeitgeber
Aber auch die Arbeitgeber müssten entlastet werden, sagen ÖBRD-Präsident Franz Lindenberg und sein Stellvertreter Kurz Nairz, auch ÖBRD-Landesleiter von Tirol. Bei Bedarf sollten Arbeitgeber gewisse Beträge für Fehlzeiten ihrer ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter zugeschossen bekommen. Dies wäre vor allem bei kleineren Betrieben mit wenigen Mitarbeitern sehr hilfreich, so die beiden ehrenamtlichen Manager der Bergrettung.

Im Pensionssystem sollte eine ehrenamtliche Tätigkeit in staatlich anerkannten Rettungsorganisationen ebenfalls berücksichtigt werden. Bei Fehlzeiten müsste eine lange ehrenamtliche Tätigkeit zumindest in Teilen eingerechnet werden können.

Umfassender Bericht mit Bilder-Galerien:

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