Sellrain: Lehrpfad für Tourengeher ...
Ein eigener Lehrpfad auf die Lampsenspitze im Sellraintal soll Wintersportlern das Tourengehen und möglichst geringes Risiko näher bringen.
Von der Online-Redaktion der Tiroler Tageszeitung
Im strahlend weißen Tiefschnee präsentiert sich gleich neben dem Alpengasthof in Praxmar die erste von sechs Informationstafeln des Tourenlehrpfades Lampsenspitze. Die Tafeln geben den Tourengehern Einblicke in die Lawinen-, und Wetterkunde und weisen auf die Sicherheitsstandards wie Pieps und Schaufel hin, so Mitinitiator Paul Mair.
"Viele von den Leuten sind einfach zu wenig informiert und betreiben keine Planung. Wenn jemand den Tourenpfad nutzt, dann muss er planen und sich vorher informieren. Damit sausen die Wintersportler nicht mehr planlos herum, sondern kommen entsprechend gut vorbereitet ins Gelände." Der ein oder andere Lawinenunfall ließe sich dadurch verhindern, meint Paul Mair.
Bergretter optimistisch
Auch die Bergrettung Gries im Sellrain hofft, dass das Projekt etwas bewirkt. Sie glauben, dass Tourengeher durch die Infotafeln daran erinnert werden ihre Lawinenpiepser einzuschalten. Am Ende wäre jedoch jeder für sich selbst verantwortlich, sagt Franz Santer von der Bergrettung:
"Man braucht nicht Lehrer zu spielen. Jeder ist erwachsen genug, dass er weiß was er zu tun hat. Sonst würde sich der Tourengeher hoffentlich informieren. Wie beim Autofahren müssen die Wintersportler auch auf der Piste und am Berg Gesetze einhalten. Es gibt Spielregeln, die die Natur vorgibt."
Eigene Website
Um die Natur und ihre Gesetze besser zu verstehen, gibt es auf der Homepage www.tourenlehrpfad.at einen eigenen Touren-Check. Dort kann der Wintersportler sein Wissen über die geplante Tour überprüfen und sich zur aktuellen Gefahrensituation, Ausrüstung und Routenverlauf informieren.
"Ziel des Projektes ist es, TourengeherInnen auf einfache und nachhaltige Weise wertvolle Sicherheits-Inputs zur Lawinenkunde zu vermitteln. Entlang einer Tour auf die Lampsenspitze wird dieses Wissen gleich umgesetzt und trainiert", erklärt LHStv Anton Steixner.
Schätzungen zufolge gibt es allein in Tirol an die 150.000, österreichweit an die 700.000 Tourengeher. Durchschnittlich kommen in Österreich jährlich 26 Wintersportler bei Lawinenunglücken ums Leben. Mangelndes Wissen und Fehlverhalten stehen in kausalem Zusammenhang zum Unfallhergang. Denn 90% der Opfer lösen die Lawine, die sie begräbt, selbst aus.
www.tourenlehrpfad.at
www.tt.com
mc2alpin.at
Tipps: Was tun gegen Lawinentod?
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