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Sechs Tote im Ötztal: "Wir waren machtlos"
Sechs tote Skitourengeher aus Tschechien im Ötztal: „Wir haben alles versucht, aber es war zu gefährlich. Wir waren machtlos", sagt ÖBRD-Ortsstellenleiter Ronald Ribis. Ein Bericht der Tiroler Tageszeitung ...

Von der Online-Redaktion der Tiroler Tageszeitung

Obergurgl, 3. April 2009 - Zur Untätigkeit verdammt waren am Samstag die Bergretter von Obergurgl und Sölden. „Der Hubschrauber konnte am Samstag bei der Erkundung nicht einmal landen", erklärt der Chef der Obergurgler Bergretter, Ronald Ribis.

Ja, man habe Material auf der Lawine entdeckt, aber man war sich nicht sicher, ob tatsächlich jemand verschüttet war. Mit dem Helikopter konnten wegen der anhaltenden Schneeschauer und der schlechten Sichtverhältnisse keine Helfer vor Ort gebracht werden. Und „zu Fuß stand uns eine gefährliche Schlucht dazwischen", erläutert Ribis.

Das Warten war für die Hilfskräfte das Schlimmste. „Es war unklar, ob jemand unter der Lawine ist", sagt auch Alpingendarm Peter Gasteiger. Mit dem Fußmarsch hätte man lediglich die Hilfskräfte der Gefahr ausgesetzt. Ribis war am Sonntag um 5.00 Uhr hellwach.

Gemeinsam mit seinen Kameraden wurde er mit mehreren Hubschraubern zum Unglücksort geflogen. „Binnen 58 Minuten haben wir alle sechs Opfer geborgen." Alle sechs hatten ihren Lawinenpieps eingeschaltet, sie lagen zwischen 80 und 250 cm unter dem Schnee, zwei hätten eine minimale Atemhöhle gehabt.

Für Lawinenexperten Rudi Mair steht fest: „Es waren mehrere Faktoren." Erstens die Größe der Lawine, zweitens dass alle Beteiligten verschüttet wurden und letztlich die Witterungsverhältnisse, die eine frühere Suche nach den Opfern unmöglich machten. „Oben herrscht noch tiefster Winter."

Lawine im Ötztal: Sechs tote Tourengeher aus Tschechien

www.tt.com

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