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Schottische Bergretter übernehmen "Rasterfahndung"
Der Bergrettungsdienst in Schottland übernimmt die neue Methodik für die Rettung von Lawinenopfern, die vom ÖBRD in Tirol entwickelt wurde - die "Rasterfahndung im Schnee".

Die „Rasterfahndung im Schnee“ hat jüngst Peter Veider – Ausbildungschef der Tiroler Bergrettung - im hohen Norden Großbritanniens vorgestellt; bei der schottischen Bergrettung in Lochaber. Die wilde Berg- und Küstenregion im Westen Schottlands liegt nicht weit vom weltbekannten Loch Ness. Monster wurde keines gesichtet, dafür einige der schönen und für die Gegend typischen Schlösser im Hochland. In der Region um die alte Festungsstadt Fort William wurden auch Hollywoodfilme wie "Braveheart" (Mel Gibson) gedreht.

Was ist "Rasterfahndung im Schnee"?
Bei der Methodik geht es um planmäßigen Einsatz der Bergrettung, die noch klarer strukturierte und noch stärker systematisierte Suche nach Opfern in einem Lawinenkegel. Dabei werden die Schneemassen in genau markierte und definierte Quadranten eingeteilt (mittels Schnüren und Fähnchen) und von Suchteams nach festen Checklisten abgesucht - mit modernsten Geräten, Hunden, Sonden; nach vorgegebenen Abläufen. 

 Schottische Bergretter aus Lochaber
Lange Tradition des Eiskletterns
In den schottischen Highlands geraten immer wieder Schneeschuhwanderer, Eiskletterer und vereinzelt auch Skifahrer in Lawinen, wenngleich der Skisport dort weit weniger populär ist als in den Alpen. Ein Schwerpunkt der Extremen liegt beim Eisklettern, wobei Schottland eine der ältesten Traditionen in dieser Disziplin hat.

Peter Veider sagt, es sei dieses Mal nicht möglich gewesen, die Übungen zur "Rasterfahnduing im Schnee" in der weißen Pracht zu machen, weil es im Gebirge zu stürmisch war, kaum Schnee lag und starker Querregen vom Atlantik her die Sicht schwer beeinträchtigte: "Es waren zirka 50 Bergretter aus der ganzen Region anwesend. Ich habe auch das Recco-Gerät intensiv geschult, da der Kontakt und die Bitte von der schottischen Bergrettung zuerst an Recco herangetragen wurde. Auch ein Recco-Gerät wurde von den Schotten angemietet, da die Alpinisten in der Region leider sehr wenig LVS-Geräte benutzen."

So mache es Sinn, betont Veider, wenn Eiskletterer in Schottland in Zukunft vermehrt Helme mit Recco und Kleidung mit Recco tragen, damit aufwändige Suchaktionen schneller beendet werden können.

"Wir sind sehr froh, dass diese Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bergrettungsdienst zustande kommt. Die Methodik bei der Rettung von Lawinenopfern ist dort sehr weit fortgeschritten. Dass Peter nun bei uns ist, sehen wir als Meilenstein. Wir werden die `Rasterfahndung im Schnee` für Schottland übernehmen", sagt Miller Harris von der Lochaber Mountain Rescue

Fachbegriffe in Alaska übersetzt
Wie ging es dem Bergretter, Berg- und Skiführer Peter Veider – der auch schon in Kanada und den USA unterrichtet hat - bei seiner Lehrtätigkeit in Schottland? Immerhin geht es auch um Fachbegriffe, für die es kaum direkte Übersetzungen gibt. Manchmal müssen Sachverhalte deshalb auch umschrieben werden.

Manual und Checklisten der von Veider entwickelten „Rasterfahndung im Schnee“ wurde von unserer Kollegin und ehrenamtlichen Helferin Sara Francis, Offizierin der US-Küstenwache auf Kodiak Island in Alaska (USA), im Eilzugstempo ins Englische übertragen. Der didaktische Praxistest bei Vortrag und Übung in Schottland bewies dann gleich, dass diese Methodik zielführend ist.  

Kleine Bilder-Galerie

Whiskey als Gastgeschenk

Für Bergtouren spielte das Wetter nicht mit. Obwohl er den Alkohol sonst meidet, freute sich der Tiroler  über ein Gastgeschenk, den besonders edlen Tropfen aus dem schottischen Hochland: „Dieser Whiskey ist qualitativ einzigartig, und in dieser Region braucht man ihn bei dem feuchtkalten Wetter offenbar wirklich ab und zu.“

Die Gastfreundschaft der schottischen Bergretter sei phänomenal gewesen, berichtet Veider: „Ein Gegenbesuch ist bereits angekündigt. Die Schotten wollen nun auch unsere `Rasterfahndung im Schnee` vollinhaltlich übernehmen. Außerdem interessieren sich die Schotten für unsere Dyneemaseile und das Zweibein."   

 
Schwere "Sea King"-Rettungshubschrauber
Noch kurz zum System in Schottland: Die Flugrettung von Schottland und Wales ist in Zusammenarbeit mit der ehrenamtlichen Bergrettung praktisch „verstaatlicht“, die Piloten mit ihren großen Sikorsky-Hubschraubern des Typs „Sea King“ (S-61) gehören zur Küstenwache bzw. zur Royal Airforce.

Österreichische Rettungspiloten und Flugretter staunen immer wieder, dass die Briten mit den großen und schweren "Sea King" auch Taubergungen im Gebirge durchführen. Im Vergleich zu den leichten EC 135-Rettungshubschraubern der neuesten Bauart sind diese großen Transporter schwierig und langsamer zu manövrieren und haben auch einen wesentlich stärkeren "Downwash" (Rotor-Abwind), der den Teams bei Taubergungen zusätzliche Belastungen abverlangt.

Prinz William fliegt in Wales
Etwas weiter südlich - im gebirgigen Norden von Wales - fliegt Prinz William - in der britischen Thronfolge direkt hinter seinem Vater Prinz Charles - als First Officer (Co-Pilot) einen dieser knallgelben „Sea King“ – auch bei Bergrettungseinsätzen.

Story: Gerald Lehner, ÖBRD-Tirol & ÖBRD-Bundesverband

Buch & DVD: "Rasterfahndung im Schnee" 

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Lochaber Mountain Rescue

Bergrettungsdienst in Schottland

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- 4.000 ehrenamtliche Tiroler Bergretter/innen jährlich zu 4.000 Einsätzen einrücken,
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