Am letzten Wochenende veranstaltete das Sanitätsreferat den ersten Fortbildungskurs auf der Hungerburg bei Innsbruck. 24 sehr motivierte Bergretter und Bergretterinnen nahmen teil.
Die Teilnehmer kamen aus ganz Tirol. Sie wiederholten und trainierten in drei Tagen gängige medizinische Maßnahmen, die jeder Bergretter beherrschen muss.
Diese Fähigkeiten wie Schienen, Reanimieren und Wundversorgung wurden in anspruchsvollen Szenarien beübt. Der Kurs fand im Ferienhaus der Kinderfreunde statt. Ein herzliches Dankeschön an Luis und sein Team die uns perfekt bewirteten!
Während vormittags Theorieunterricht durch unseren Landesarzt Dr. Willi Furtwängler und Ausbildner des Sanreferats auf dem Stundenplan stand, bot am Nachmittag das Gelände um die Hungerburg einen idealen Trainingsort für die praktischen Teile.
Am Freitag bei leichtem Schneefall war Stationsbetrieb im großzügigen Garten der Kinderfreunde angesagt. Am Samstag bei herrlichem Wetter wurden ebenfalls in Stationen im Klettergarten Höttinger Steinbruch die Bergung eines Verletzten Kletterers aus der Wand (Kaperbergung) und die Versorgung eines schwer verletzten Mountainbikers in unwegsamen Gelände geübt.
Am Sonntag schlug das Wetter um und bei Sturm, Schnee und in den Wolken über Innsbruck hieß die Einsatzmeldung für die Abschlussübung: "Abgestürzter Kletterer am Innsbrucker Klettersteig"
Der Patient lag unterhalb der Seegrubenspitze in einer Rinne neben der ersten Passage des Klettersteigs. Zu ihm musste aufgestiegen werden, er musste nach allen Regeln der Kunst versorgt werden und dann in Bergesack und Vakuummatratze vom ersten Standplatz abgeseilt werden.
Am zweiten Standplatz wartete ein Akja. In diesen wurde der Verletzte gelagert und dann von Stand 2 die Karrinne hinunter bis zur Seegrube gesichert abtransportiert.
Die Gipfel der Nordkette sind durch ihre Steilheit ein hervorragend geeignetes Übungsgelände. Hinzu kommt, dass wir durch die großzügige und unkomplizierte Unterstützung durch die Innsbrucker Nordkettenbahn solche Übungen spielend auch in kurze Lehrgänge einbauen können.
Diese Einsatzübung bei schlechtestem Wetter war eine große Herausforderung die nur durch die Mithilfe aller auf dem Kurs zustande kommen konnte.
Aber genau diese Szenarien, schlechtes Wetter, Kälte und alpines Gelände sind ja die Meisterdisziplinen der Bergrettung.
Die Idee und der Aufbau dieses Fortbildungskurses wurde durch diesen ersten Durchgang voll bestätigt. In Zukunft wäre dieses Konzept auch durchaus geeignet Anwärtern der Bergrettung Tirol die benötigten medizinischen Fähigkeiten beizubringen.
Ich möchte allen Teilnehmern, Ausbildnern, dem Team der Kinderfreunde, der Ortsstelle Innsbruck, der Innsbrucker Nordkettenbahn und unserem tapferen Übungsverletzten herzlich danken!
Matthias Haselbacher
Landessanitätsreferent
Weitere Infos:
www.nordkette.com
tirol.kinderfreunde.at