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Joker für ÖBRD: Weltmeisterin Johanna Ernst
Der ÖBRD setzt künftig auch auf diese international bekannte junge Frau setzen. Johanna Ernst ist mit 16 die jüngste Weltmeisterin im Sportklettern. Bei unseren Tiroler Einsatzkräften absolviert sie die Ausbildung zur Bergretterin.

Mit Charisma und sportlichem Können hilft sie der Bergrettung auch in der Öffentlichkeitsarbeit - zum Beispiel bei Medienkampagnen für die Verwendung von Steinschlaghelmen und anderer Schutzausrüstung. Der neue und multifunktionelle Tirol Helm, eine technologisch-logistische Kooperation des ÖBRD Tirol mit Salewa, wird am 1. Juli 2010 von Johanna Ernst beim ÖBRD-Ausbildungszentrum im Jamtal vor Journalisten offiziell präsentiert.

Wenn die junge Frau die Wände hoch geht, dann tut sie dies mit einer Selbstverständlichkeit, die atemberaubend ist. Ganz so, als wäre der Mensch dazu geschaffen worden, sich an Senkrechten und Überhängen hochzuziehen wie ein Gecko – nur eleganter. Die Muskelkraft, die sie benötigt, um die Schwerkraft auszutricksen, lässt sich vom Betrachter nur erahnen.

Die Wahltirolerin mit Wurzeln in Salzburg und der Steiermark ist die jüngste Weltmeisterin in der Geschichte des Klettersports. Bei der WM 2009 kletterte sie als 16-Jährige allen anderen davon.

 Lust aufs Leben
Interviews ist sie langsam gewöhnt. Dennoch scheint da ein Rest von Ungläubigkeit; Johanna wirkt fast ein wenig überrascht von so viel konzentriertem Interesse an ihrer Person und so vielen Fragen. Spitzbübisch wirkt sie, wenn sie lächelt. Zurückgelehnt sitzt die 17-Jährige in einem breiten Kaffeehaussessel, rührt in ihrem Cappuccino und grübelt kurz darüber nach, wann der Rummel begann: „Mit dem Europacup“, klärt sie schließlich mit undefinierbarem Akzent, wohl einer südwestösterreichischen Mischung mit Salzburgischer
Grundnote: „Vorher kräht kein Hahn nach einem.“ Das war trocken.

Da sitzt kein ausgefuchster Interviewpartner, der mit einem Strauß perfekt trainierter Antworten winkt. Johanna Ernst ist ein Teenager mit viel Lust aufs Leben und jener burschikosen Natürlichkeit, der künstlich geschliffene Selbstdarstellung fern liegt.

Freude und Respekt

Dass sie seit kurzem Anwärterin bei der Tiroler Bergrettung ist, gefällt ihr. Freudig berichtet sie vom Bergrettungs-Emblem, das sie nun tragen darf: „Ich habe großen Respekt vor dem, was Bergretter ehrenamtlich leisten.“ Um sich im Alltag ihrer Ortsstelle Gries am Brenner voll zu engagieren, fehlen Johanna derzeit noch die Möglichkeiten.

Der Sport fordert vorläufig seinen Tribut. Die Landesleitung der Tiroler Bergrettung will ihr Knowhow und ihre Popularität aber noch auf eine weitere Art nutzen: Die Kletterweltmeisterin soll als Zugpferd einer großen Sicherheitsoffensive im Herbst dienen, die jungen Menschen das Tragen eines Helms beim Sport im alpinen Gelände nahe bringen soll.

Lesen Sie mehr auf der Website unseres Bundesverbandes - bergrettung.at ...

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