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Großer Andrang bei Alpinmesse Innsbruck
Erfolgsgeschichte: Zum 6. Mal fand heuer die Alpinmesse in Innsbruck statt - mit noch mehr Ausstellern und mehr Besuchern. Die Tiroler Bergrettung präsentierte sich wieder auf mehreren Veranstaltungen bei der Messe.

Von Irene Rapp / Tiroler Tageszeitung

Nach der langen Schlechtwetterphase sorgten die zahlreichen Bergunfälle im heurigen Spätsommer für Hochbetrieb bei den Einsatzkräften. Rund 300 Alpintote werden pro Jahr in Österreich gezählt, an die 100 davon in Tirol. Einen neuen Trend beobachtet die Bergrettung: „Heuer hatten wir auffallend viele Einsätze, wo Personen aus Klettersteigen gerettet werden mussten, die nicht verletzt, sondern einfach nur erschöpft waren und nicht mehr weiterkonnten“, sagt Peter Veider von der Bergrettung.

In dieselbe Kerbe schlägt der ehemalige Extrembergsteiger Peter Habeler, der immer noch viel auf den Bergen der ganzen Welt unterwegs ist: „Selbstüberschätzung wird immer mehr zum Thema. Viele Alpinisten glauben, einfach alles ist machbar“, erzählt der Mayrhofener bei der Eröffnung der Alpinmesse.

 Peter Veider (ÖBRD Tirol), Karl Gabl (Kuratorium für alpine Sicherheit), Peter Habeler (Himalaya-Legende). Bild: Thomas Böhm / Tiroler Tageszeitung.  

Sicherheit in den Bergen ist daher auch einmal mehr ein Thema, das bei der noch heute stattfindenden Alpinmesse in der Innsbrucker Messehalle großgeschrieben wird. „Wir bieten zahlreiche Workshops und Vorträge an – von der LVS-Suche bis hin zu Empfehlungen, was bei einem Notfall im Gebirge zu tun ist“, berichtet Karl Gabl vom Kuratorium für Alpine Sicherheit, welches Organisator der Alpinmesse ist. Bereits zum sechsten Mal findet diese Veranstaltung statt, im Laufe der Jahre ist man stetig gewachsen. Den Beweis liefert Gabl beim Rundgang: „Heuer nehmen mehr Aussteller teil als im Vorjahr, weswegen wir die Ausstellungsfläche vergrößert haben.“

Insgesamt können sich Freizeitsportler an rund 100 Ständen bei Herstellern, Händlern, öffentlichen Institutionen (wie Bergrettung und Alpinpolizei) sowie Anbietern von Expeditionen, Wander- und Trekkingreisen informieren. Top-Alpinisten liefern zudem mit Vorträgen Einblick in ihre Abenteuer. Ein Angebot, das gut ankommt: Im Vorjahr wurden rund 6000 Besucher im Rahmen der Alpinmesse gezählt, 2011 hofft man, diese Zahl wieder zu erreichen bzw. zu übertreffen.

Am Samstag jedenfalls herrschte großer Andrang, so waren die Termine für den Workshop LVS-Suche in der Früh schon so gut wie ausgebucht. Nur die milden föhnbedingten Temperaturen machten den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung: Statt des großen Schneefeldes, das man den Besuchern eigentlich hätte bieten wollen, musste die LVS-Suche auf einem Hackschnitzelfeld geübt werden. „Aber das ist ohnehin umweltfreundlicher“, ärgert sich Karl Gabl nicht lange.

Das Thema Lawinenunfälle war auch Inhalt des am Samstag stattfindenden Alpinforums: „Seit über 50 Jahren bekommen Experten und interessierte Alpinisten in diesem Rahmen neue Entwicklungen im Bereich Bergsport präsentiert. Heuer zählen wir rund 400 Besucher“, so Gabl. Mit ein Grund für das große Interesse des heurigen Alpinforums war sicher ein Vortrag von Lawinen-Papst Werner Munter. Eine interessante Studie präsentierten zudem Hanno Bilek vom Kuratorium für Alpine Sicherheit und der Alpinwissenschafter Walter Würtl: Die beiden haben zahlreiche Lawinenabgänge ausgewertet und herausgefunden, dass rund 30 Prozent der Lawinentoten nicht durch Ersticken bzw. durch Unterkühlung sterben, sondern Traumatote sind – sprich durch die Verletzungen beim Sturz sterben. Ein Thema, das noch für viel Gesprächsstoff sorgen wird.

Gabl sieht auch in die Zukunft : „Die Alpinmesse soll ausgebaut und internationalisiert werden“, verrät er. In den nächsten Jahren will man u.a. noch mehr Aussteller bzw. Besucher aus dem Ausland ansprechen und Tirol noch mehr als Land der Alpen positionieren.

Dass das nicht ohne finanziellen Mehraufwand gehen wird, ist klar. „Derzeit bekommen wir u. a. von Land Tirol und der TirolWerbung eine geringe Förderung. Da würden wir uns schon mehr wünschen“, sagt Gabl.

Bei der Eröffnung der Alpinmesse im Innsbruck waren jedenfalls die entsprechenden Politiker und Ansprechpersonen für das derartige Anliegen vor Ort: LHStv. Anton Steixner (VP), LHStv. Hannes Gschwentner (SPÖ) und Tirol-Werbung-Geschäftsführer Josef Margreiter kündigten in ihren Wortmeldungen vor allem an, noch mehr für ein Tirol als sicheres Land der Alpen tun zu wollen.

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