Teil 3 dieser Serie: Die großen Fragen waren – sofort nach Bekanntwerden des Todes aller 83 Flugzeuginsassen: Wie war der genaue Ablauf? Warum crashte die britische Verkehrsmaschine im Februar 1964 in die Ostwand des Glungezer (2.800 Meter) bei Innsbruck?
Mangelhaftes Kartenmaterial - auf dem nur der niedrigere
Patscherkofel eingezeichnet war - wurde als eine der Ursachen ermittelt. Monatelange Arbeiten gingen der Aufklärung voraus.
Nach Aufrufen der Behörden in Radio Tirol über Wahrnehmungen der Bevölkerung meldete sich wenig später schon die Wirtin der Glungezerhütte, Agnes Ferchl. Leiter der Flugunfallkommission des Innenministeriums war Dr. Franz-Josef Koepf, der schon nach seiner Anreise vom Gendarmerie-Posten Hall in Tirol die Hüttenwirtin über Funk das erste Mal kontaktierte.
Die Frau gab an, sie habe nach 15.00 Uhr längere Zeit die Motorengeräusche eines Flugzeuges gehört – jedoch nicht gesehen, weil zum Zeitpunkt des Unglücks über dem Bergmassiv dichter Nebel mit Schneetreiben lag. Die Motorengeräusche seien mehrmals näher gekommen, dann hätten sie sich wieder entfernt. Als sie den Flieger zum letzten Mal hörte, habe sie gedacht, die Flughöhe sei schon unterhalb der Glungezer-Hütte. Einen Aufprall habe sie nicht gehört. Im Hüttenbereich erzeugte der starke Höhenwind regelrechte Sturmgeräusche.
Wrackteile in Wien analysiert: Kompasse und künstlicher Horizont der Unglücksmaschine.
Skitourengeher hörten Britannia ebenso
Ebenso schilderten in einer späteren Zeugenaussage zwei Skifahrer, die sich in mehr als 2.000 Metern Seehöhe beim Aufstieg auf den Glungezer befanden, dass sie ein Flugzeug zwei Mal von Südwesten kommend und in einer Rechtskurve nach Süden abbiegend am Samstagnachmittag gehört hätten. Beim zweiten Mal sei es – gefühlsmäßig im dichten Nebel - schon so niedrig geflogen, dass die Skitourengeher die Bemerkung machten, „das Flugzeug wird bald den Berg mitnehmen”. Sie konnten nicht ahnen, wie recht sie haben sollten. Die Sichtweite betrug laut ihren Angaben kaum fünf Meter.
Alle bisherigen Teile der Serie, Fotos, Ermittlungen der Flugunfallkommission, Unglücksursache: Nachzulesen auf www.bergrettung.at
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