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Glockner: Unglücksursache nahezu geklärt
Alle drei polnischen Bergsteiger sind auf dem Großglockner erfroren. Den anspruchsvollen Stüdlgrat hatten sie längst bewältigt, ehe das tödliche Unfallgeschehen begann. Das ergaben die Obduktion und Einvernahmen der Überlebenden.

Unsere Tiroler Bergrettungsleute, besonders auch von der ÖBRD-Ortsstelle Kals am Großglockner, waren über Tage und Nächte an der Suchaktion für die drei Polen federführend beteiligt. Dazu kamen neben Alpinpolizisten, von denen viele auch ehrenamtliche Bergretter sind, weitere ÖBRD-Spezialisten aus Tirol und Kärnten; zum Beispiel an Bord des an der Suche beteiligten Notarzthubschraubers aus Lienz.  

Junge Bergsteiger wollten Hilfe holen
Das Drama auf dem Großglockner spielte sich nicht auf dem Stüdlgrat ab, wie es durch die Erstmeldung für die Flug- und Bergretter zu vermuten war. Durch die Einvernahmen und die Obduktion der Gerichtsmediziner in Innsbruck weiß die Alpinpolizei jetzt mehr.

Schon am Samstagnachmittag hatte der ältere Pole in dem Trio beim Abstieg auf dem Kleinglockner gesundheitliche Probleme. Als der Eissturm hereinbrach, wollten die beiden jungen Bergsteiger in der Adlersruhe Hilfe holen. Sie dürften sich im Nebel nahe dem "Leitl" beim Gletscher unter dem Gipfelaufbau in der Richtung geirrt haben. Sie verloren die Spur durch den Sturm und gerieten nach links in das sehr steile "Lammereis" auf die Kärntner Seite des Glockners. Hier begann ihre Odyssee mit Absturz, schweren Verletzungen und Kältetod. 

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Beinbruch und Wirbelverletzungen
Im Steilgelände links unterhalb der richtigen und relativ "flachen" Route zur Adlersruhe stürzte der 24-jährige Jedrzej 100 Meter ab und zog sich einen offenen Beinbruch und Wirbelverletzungen zu. Der 25-jährige Jan stieg weiter ab und rutschte auf der Hose zu ihm ab. Verzweifelt riefen die beiden via Handy dann zu Hause in Polen an. In der Folge könnte es dabei zu mehreren Missverständnissen bzw. Verzögerungen bei der Alarmierung gekommen sein. 

Polen glaubten Kameraden in Sicherheit
Während die drei Bergsteiger im Schneesturm ums Überleben kämpfen, nahmen die beiden Kameraden, die vorausgegangen waren, an, dass die drei Fehlenden in der Stüdlhütte seien. Deshalb hätten sie erst am nächsten Tag die Bergrettung alarmiert, erklärten Bruder und Freund bei der Einvernahme durch die Alpinpolizei.

Bergsteiger waren gut versichert
Warum die Verunglückten nicht den internationalen Notruf wählten, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Erschöpfung, Verwirrung, schwere Unterkühlung und medizinische Schocks könnten Faktoren sein. Die Angst vor möglichen Bergungskosten konnte nicht der Grund gewesen sein, weil alle polnischen Bergsteiger gut versichert waren, sagen Alpinpolizisten und Bergretter.


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