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Für Helme! Aber GEGEN gesetzliche Helmpflicht ...
Mehr gemeinsame Image-Werbung für Schutzhelme durch Seilbahnwirtschaft, Tourismus, alpine Vereine, Bergrettung, Medien und KEINE gesetzliche Schutzhelmpflicht, schlägt Peter Veider von der Tiroler Bergrettung vor.

"Damit kein Missverständnis aufkommt: Wir befürworten eine möglichst weit verbreitete Verwendung von Schutzhelmen. Forderungen nach Gesetzen sind jedoch politische Angelegenheiten, die Parteien auch als Themen dienen. Und Realitäten in den Bergen sehen oft anders aus ...

... Zum Beispiel wäre eine gesetzliche Skihelm-Pflicht kaum kontrollier- und exekutierbar. Wer zahlt den enormen Personalaufwand? Es gibt bereits seit Jahrzehnten die zehn FIS-Regeln für Skipisten. Würden die besser eingehalten, wäre schon viel erreicht. Dabei geht es viel stärker um wirksame Öffentlichkeitsarbeit, ehrliches Marketing im Tourismus und nicht um neue Gesetze", 
sagt Reinhold Dörflinger, Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes, zur aktuellen politischen Diskussion auf Bundes- und Länderebene. 

 
Peter Veider

“Wir brauchen statt mehr gesetzlichen Vorschriften im Berg- und Skisport mehr Problem- und Risiko-Bewusstsein bei den Sportlern, Urlaubern und Einheimischen. Eine gesetzliche Helmpflicht für Skipisten wirkt dabei eher kontraproduktiv als fördernd“, sagt Peter Veider, Ausbildungsleiter und Geschäftsführer der Tiroler Bergrettung.

Gemeinsame Aktionen von Verbänden wichtiger als neue Gesetze
Veider sagt, es sei besser, die touristische Kommunikation umzustellen: „Gemeinsame Aktionen von Seilbahnwirtschaft, Gastronomie, Alpenverein, Naturfreunden, Bergrettung und Medien in ganz Österreich bringen mehr für das positive Image des Schutzhelms als gesetzgeberische Schnellschüsse, die immer wieder vorgeschlagen werden. Es geht um einen Wertewandel – nicht um Zwang.“
 
Berge würden von Urlaubern aus urbanen Zentren oft als letzte Orte von Freiheit empfunden. Allerdings hänge mit dieser Freiheit auch ein großes Maß an Selbstverantwortung zusammen: „Genau diesen Punkt gilt es an die Menschen rüberzubringen. Und das geht sicher nicht durch Gesetze und noch mehr Vorschriften. Als Bergretter sind wir auch Alpinisten, und wir sind auch deswegen  gegen zunehmende Reglementierung in letzten Freiräumen, die der Zivilisationsmensch noch hat.“

Erlebniswert der alpinen Unfallverhütung betonen
Laut Veider wäre es viel wirksamer, würde das Thema Kopfschutz beim Skifahren und Snowboarden sinnlich und vielleicht auch spielerisch in das Urlaubserlebnis thematisch integriert: „Dass in den Bergen einige Gefahren lauern,  wird von der Tourismuswerbung in Europa heute noch vielerorts verschwiegen. In Nordamerika geht man in vielen Gebieten längst andere Wege. Dort nutzt man den Erlebniswert. Es werden für Gäste und Urlauber das so genannte Risiko-Management und die Unfallverhütung als Teil des Naturerlebnisses eingebaut. Das betrifft Lawinenkunde, Bergung von Lawinenofpern, Erste Hilfe im Hochgebirge, den Bau von Biwak-Schneehöhlen für Notfälle und das Thema Selbstverantwortung.“

Risikos nicht verschweigen – Lösungen gezielt kommunizieren!
Auch das Thema Schutzhelm ließe sich problemlos in solche Angebote und Kurse – eventuell bei Schlechtwetter in Tourismuszentren – einbauen: „Das gäbe auch neue Aufgaben für Alpinschulen, Berg- und Skiführer und Skilehrer.“ Veider verweist auf Modellprojekte wie den neuen Multifunktion-Schutzhelm, der von der Tiroler Bergrettung und der Alpinpolizei entwickelt wurde. Viele Sportler ärgern sich nämlich, dass sie für jede Sportart zu Hause einen oder mehrere Helme herumliegen haben:

„Dieser neue Helm ist für Skisport, Snowboard, alle Arten von Bergsport, Mountainbike, Straßenradfahren und Rodeln zertifiziert. 2008 kamen bei dem Projekt noch die Tirol Werbung, der Alpenverein und der Österreichische Rodelverband ins Boot. Gemeinsam gelang es bereits in den ersten Wochen und Monaten, einige hundert Helme unters Volk zu bringen. Viele Skitourengeher sind mittlerweile mit Schutzhelmen unterwegs, eine Entwicklung, die vor ein paar Jahren noch unmöglich schien. Hier scheint unsere Image-Arbeit zu greifen.“   

Fotos und Details zum neuen Multifunktion-Schutzhelm

Die Tiroler Bergrettung hat im bundesweiten Vergleich jedes Jahr die meisten Einsätze zu verzeichnen – ob bei Lawinen oder allen anderen Arten von Berg- und Skiunfällen.
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