Ergebnisse und Erkenntnisse unserer Untersuchung
Der schnellstmögliche Vorstoß zu den Atemwegen eines Lawinenopfers hat höchste Priorität. Für die weitere medizinische Versorgung und für die Überlebenschancen ist die Beantwort der Frage „Atemhöhle – JA/ NEIN“ von größter Wichtigkeit:
• Erfolgreiche, schnelle Kameradenhilfe verlangt höchsten körperlichen Einsatz (mehrere Minuten körperlicher Höchstleistung).
• Ausgezeichnete Schaufeltechnik wird durch die schnellstmögliche Zeit belohnt (kräftige Handwerkertypen und trainierte Sportler mit dem
körperlichen Vermögen über mehrere Minuten mit höchster Körperspannung präzise Blöcke zu stechen und auszuwerfen erzielen die schnellsten Zeiten).
• Unabhängig vom verwendeten Material (ORTOVOX-Metallblatt oder ORTOVOX-LEXAN-Schaufelblatt aus Kunststoff) wurden von den erfolgreichen Rettern für die Befreiung der Atemwege 120 Sekunden benötigt.
• Relevante Zeitersparnis wurde erarbeitet mit den größeren Schaufelblättern und mit einem langen Schaufelstiel.
• Insbesondere die Klappfunktion (90°-Hauenfunktion) ergibt eine besondere Arbeitserleichterung beim Tausch der Schaufler-Position
(der Wechsel der körperlichen Höchstbelastung vom Schaufeln zum Wegziehen des Lawinenschnees ergibt eine bedeutende Entlastung).
• Der Bau von längeren Rampen verzögert den Vorstoß zu den Atemwegen und die Bergung unnötig. Eindeutig effektiver ist der zielstrebige Vorstoß zu den Atemwegen mit einer optimierten, kurzen Rampe.
• Intensives Training der Schaufeltechnik mit Schulung individueller, angepasster Lösungsansätze (beinahe jede Situation verlangt eine individuell angepasste Vorgehensweise).
• Die erfreulichste Erkenntnis: Alle eingesetzten ORTOVOX-Schaufelmodelle
haben dieser, einem Ernstfall gleichenden Situation Stand gehalten. Es kam weder zu Brüchen der eingesetzten Schaufeln oder einzelner Bauteile noch zu massiven Verformungen!
Verwendete Schaufelmodelle:
• ORTOVOX Economic (kältebeständiges und schlagfestes LEXANSchaufelblatt)
• ORTOVOX Orange (kältebeständiges und schlagfestes LEXANSchaufelblatt)
• ORTOVOX Cougar (Schaufelblatt verstellbar: 90°-Hauenfunktion;
kältebeständiges und schlagfestes LEXAN-Schaufelblatt)
• ORTOVOX Professional Alu II (Schaufelblatt verstellbar: 90°-
Hauenfunktion; Aluminium-Legierung)
• ORTOVOX Alaska (Aluminium-Legierung)
• ORTOVOX Grizzly (Schaufelblatt verstellbar: 90°-Hauen-Funktion;
Aluminium-Legierung; 6000 Serie)
• Mischung von ORTOVOX Alaska und Grizzly (in 90°-Hauen-Funktion)
• Mischung von ORTOVOX Cougar (längs) und Cougar abgewinkelt in 90 Grad-Hauen-Funktion
Situation:
Massendichte Schnee: 300 bis 400 kg/ m3 verdichtet auf ca. 500 kg/ m3.
Lufttemperatur: tageszeitliche Schwankungen zwischen - 5°C und + 5°C.
Schneetemperatur: -2°C bis -0,5°C.
Alle acht „Körper“ wurden in der Tiefe von 1.5 Metern vergraben. Die gewählte Testtiefe übertrifft die in Untersuchungen festgestellte Verschüttungstiefe mit guten Überlebenschancen um das Zwei bis Dreifache.
Verschüttungstiefen
„Die durchschnittliche Verschüttungstiefe aller überlebenden Ganzverschütteten beträgt 50cm.Von den überlebenden Ganzverschütteten waren 75 Prozent weniger als 80 cm tief verschüttet.“
Situation
Massendichte Schnee: 300 bis 400 kg/m3 verdichtet auf ca. 500 kg/m3. Lufttemperatur: tageszeitliche Schwankungen zwischen - 5°C und + 5°C.
Schneetemperatur: - 2°C bis - 0,5°C.
Alle acht "Körper“ wurden in der Tiefe von 1, 5 Metern vergraben. Die gewählte Test-Tiefe übertrifft die in Untersuchungen festgestellte Verschüttungstiefe mit guten Überlebenschancen um das 2- bis 3-fache.
Dummy-Größe
Die verschütteten Dummys weisen eine Größe von 120 cm x 45 cm, eine Masse/ Gewicht von ca. 80 Kilogramm auf und wurden am „Kopf“ mit einem LVS-Gerät als Sender ausgerüstet. Die Dummys wurden mit Schnee gefüllt; dieser wurde besonders stark verdichtet.
Aufgaben
Teams mit jeweils drei Bergretterinnen, Bergrettern oder Ausbildern haben die Aufgabe, nach der exakten Punktortung und Markierung des „Verschütteten“ mit den zugewiesenen Schaufeln ohne Rücksichtnahme auf das eingesetzte Material so rasch als möglich
1. zu den Atemwegen des Verschütteten vorzudringen und
2. den Verschütteten komplett auszugraben und an die Oberfläche zu bringen.
Die Zeit bis zu den Atemwegen und die gesamte Ausgrabungszeit wurden exakt gemessen.
Zusatzaufgaben
a) Eine der acht Gruppen hat die Aufgabe, exakt an der Sonde und trichterförmig zu den Atemwegen vorzustoßen und den Verschütteten zu bergen.
b) Eine weitere der acht Gruppen hat die Aufgabe, mit einer Rampe (Länge der Rampe gleich der Verschüttungstiefe) den Verschütteten zu bergen.
- Schaufeltest des ÖBRD-Tirol: Download (PDF)
- Fachzeitschrift "berg & steigen", Schaufeltest von Manuel Genswein: Download (PDF)
Führende Fachzeitschrift für Risiko-Management: bergundsteigen.at
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