Auf dem 3.381 Meter hohen Fußstein in den Zillertaler Alpen wurde eine neue, moderne Abseil-Piste eingerichtet - für eine der schönsten hochalpinen Klettertouren.
Von Peter Veider
Neben alpinen Vereinen ist auch die Bergrettung eine Institution, die Alpinismus, Bergsteigen und Klettern unterstützt. Dabei tun Bergretter auch im rein privaten Rahmen viel, um Unfälle verhüten zu helfen und Risken zu minimieren. Dieser guten Tradition folgend wurde nun auf dem 3.381 Meter hohen Fußstein in den Zillertaler Alpen eine moderne Abseil-Piste eingerichtet.
WICHTIGER HINWEIS: Dieses Projekt entstand grundsätzlich aus dem Bestreben heraus, für etwaige Bergrettungseinsätze in diesem Gebiet eine gut abgesicherte Möglichkeit für die Einsatzkräfte zu schaffen. Ausgangspunkt war ein winterlicher Rettungseinsatz vor einigen Jahren, bei dem diese Notwendigkeit sehr deutlich wurde. Die neue Abseil-Piste steht darüber hinaus natürlich auch anderen Alpinisten offen. Die Benutzung erfolgt dabei IMMER auf eigene Verantwortung. Nicht nur aufgrund der hochalpinen Bedingungen ist dabei immer zu überprüfen, ob die einzelnen Standplätze bzw. deren Bohrhaken intakt und benutzbar sind. Wer sich solche Begutachtungen oder Einschätzungen aktueller Gegebenheiten selbst nicht zutraut, sollte unbedingt einen staatlich geprüften Bergführer oder eine Bergführerin für diese Klettertour engagieren.
Allgemeine Informationen
Eine der schönsten klassischen Alpintouren in den Zillertaler Alpen ist der Fußstein mit der Fußsteinkante (Nordkante). Schwierigkeit im Fels: 5 bzw. 5 plus, dennoch hohe Anforderungen an den/die Vorsteigenden, u. a. weil für alle Zwischensicherungen selbst zu sorgen ist.
Wozu die neue Abseilpiste?
Vor einigen Jahren saßen zwei Alpinisten in dieser Wand fest, einem an vielen Stellen senkrechten Ozean aus Gesteinen. Topografisch ist sie sicher eine so genannte „Bigwall“, wie man in Nordamerika, Norwegen oder Grönland sagen würde. Es war Februar, und die zwei Bergsteiger hatten eine Winterbegehung der benachbarten Nordkante auf den Fußstein hinter sich.
Ihr Seil verhedderte sich nun beim Abseilen vom Gipfel. Sie gerieten in die unerbittliche Kälte der Winternacht. Nach dem Notruf stiegen einige Bergrettungsleute und ich in die Wand. Wir erreichten die beiden Männer um etwa 3.30 Uhr, einer der Bergsteiger hatte Erfrierungen an den Füßen erlitten.
Mit vereinten Kräften
gelang es gegen Morgen den Wandfuß zu erreichen und über Schmirn die beiden ins Tal zu bringen. Bereits bei der Rettungsaktion bohrten wir entsprechende Standplätze in die Wand, auch um die erschöpften Alpinisten gut abzuseilen.
Elf neue Standplätze zum Abseilen
Die bisher vorhandenen - für viele Nutzer jedoch zu großen - Abseillängen wurden im Juli 2009 auf jeweils 40 Meter verkürzt. Damit ergeben sich elf Standplätze. Nun können mehr Alpinisten - bei entsprechendem Können - diesen Weg direkt vom Gipfel in Richtung Tal künftig benutzen. Die neue Abseilpiste wurde von Günther Gschwendter aus Gries am Brenner und mir eingerichtet. Ich bedanke mich bei meinem Seilgefährten für die große Mühe bei dem gemeinsamen Projekt.
Weitere Details und eine große Bilder-Galerie finden Sie
auf der Website des ÖBRD-Bundesverbandes - bergrettung.at