Bei der „Rasterfahndung im Schnee“ geht es darum, genau definierte Aufgaben bei der Suche nach Verschütteten abzuarbeiten – auch mit Hilfe von Checklisten gegen Fehlerquellen, ähnlich wie in der Fliegerei. Nun sind dazu ein neues Buch und eine neue DVD erschienen.
"Dieses Buch von Peter Veider ist gleichermaßen wertvoll für Tourengeher, Berg- und Skiführer, Skilehrer und Bergretter. Nicht nur Strategien für rasche Kameradenrettung und neue Methodiken für Bergretter sind ausführlich beschrieben. Der Band stellt die praxisnahe Verwendung der Notfallausrüstung in einprägsamer Weise vor ..."
Das schreibt Karl Gabl in seinem Vorwort, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit, international bekannter Wetterpapst für Höhenbergsteiger und Chef der Wetterdienststelle Innsbruck.
Dampfsonden, Markierungsfähnchen, Sektoren
Die "Rasterfahndung“ der Tiroler Bergrettung nach verschütteten Lawinenopfern ist das eigentlich Neue, das mit diesem Buch kommunziert und unter die Menschen gebracht werden soll. Die Methodik ist eine rein Tiroler Entwicklung und bisher außerhalb der Tiroler Landesgrenzen nicht repräsentativ für den ÖBRD.
In Tirol kommen dabei neu entwickelte Dampfsonden auch dort ergänzend zum Einsatz, wo in der klassischen Lawinenrettung bisher nur die "Schaufler-Trupps" eingesetzt wurden. Anstatt sich mühsam mit Körperkraft mehrere Meter durch den Schnee zu graben, werden mit einer Dampfsonde von den Rettern drei Löcher in einer Dreiecksanordnung in den Schnee gedampft.
Die heiße Dampfsonde dringt selbstständig tief in den Schnee vor, bis sie auf Widerstand stößt. Dann wird sie zurückgezogen und eine Kamera wird in das Loch hinabgelassen. So können Prüfpunkte in sehr hohem, mitunter lebensrettendem Tempo abgearbeitet werden.

Neues Buch von Peter Veider, Cover
Festlegen von Sektoren
Es geht bei planmäßigen Einsätzen um das praktische Tempo für Lebensrettungen, das durch mehr Systematisierung erhöht werden soll. Nicht durch mehr Stress sondern durch genau festgelegte Vorgänge und Sektoren bei der Suche.
Der Tiroler ÖBRD-Landesleiter Kurt Nairz teilt dazu mit, dass die hier beschriebene Methodik über Jahre getestet wurde, seit längerer Zeit schon in Tirol zum Einsatz komme und sich praktisch in vielen Fällen bewährt habe.
„Wir bieten allen Interessierten dieses Knowhow an – einschließlich unserer neuen Dampfsonden für besonders rasches und schonendes Vordringen zu Lawinenopfern – auch in härtesten Schneemassen und bei sehr tiefen Temperaturen“, sagt Peter Veider, Autor des neuen Buches.
Neben den in der Praxis getesteten Checklisten für Sondierung, LVS-Suche und Hundeteams steht für die „Rasterfahndung“ neu entwickelte Ausrüstung zur Verfügung. Mit speziellen Markierungen (verschiedenfarbige Fähnchen, Schnüre ...) wird der Lawinenkegel in feste Sektoren eingeteilt, die von den Teams lückenlos abgesucht werden können.
Strategien für kühlen Kopf und rasche Hilfe
Jeder Lawinenunfall ist eine schwere Krisensituation – mit entsprechendem Stress für alle Beteiligten. Dieser kann im Zusammenhang mit extremen körperlichen Anstrengungen zusätzliches Hindernis für effektive Entscheidungen und Handlungen sein.
Ähnliche Belastungen - für die Psyche - gibt zum Beispiel in der Fliegerei – ob privat oder professionell, wenn innerhalb kurzer Zeit diverse Entscheidungen getroffen werden müssen, die lebensrettend oder tödlich sein können.
Dabei gehen Crews in Cockpits oder Einzelpiloten nach festgelegten Checklisten, Verfahren und Manövern vor, die Panik und Chaos verhindern sollen.
Fest vorgegebene Arbeitsschritte
Die Bergrettung Tirol hat in den letzten Jahren für ihre Einsatzkräfte eine feste Strategie ausgearbeitet, wie man bei Lawineneinsätzen möglichst planmäßig und effektiv vorgeht. Die dazu erarbeiteten Checklisten sind methodisch völlig neu und sollen Fehlerquellen bei Arbeit und Kommunikation auf dem Lawinenkegel bestmöglich ausschalten.
Die Zusammenfassung allen praktischen Module und Arbeitsschritte auf dem Lawinenkegel mündete in dem Konzept für „Rasterfahndung im Schnee“.
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In Veiders Band gibt es Vorworte von
Kurt Nairz, Landesleiter des ÖBRD in Tirol
Karl Gabl, Präsident des Kuratoriums für Alpine Sicherheit
Dominik Hunziker, Präsident des Berg- und Skiführerverbandes in der Schweiz
Rainer Gstrein, Präsident des Tiroler Verbandes der Berg- und Skiführer
Bibliografie
Veider, Peter: Rasterfahndung im Schnee. Mit System zum Ziel! Reich bebilderter Band mit beigelegter DVD. Eigenverlag von Tiroler Bergrettung und Tirol Werbung, Innsbruck 2009. ISBN 978 –3–950 2384-2-6
Preis: 19,80 Euro; auch bundesweit im Buchhandel erhältlich. Sonderpreis für Tiroler Bergretter.
Bei direkten Bestellungen plus Versandspesen: landesleitung@bergrettung-tirol.com
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Wie funktionieren die neuen Dampfsonden?