Am 30. Oktober 2009 schildert der blinde Osttiroler Andy Holzer bei einem Vortrag in Wattens einige Highlights aus seinem alpinistischen Leben sowie die Kräfte und Gedanken, die beflügeln.
"Den Sehenden die Augen öffnen" ist der vielschichtige Titel. Der Erlös des multimedialen Vortrages fließt an die ÖBRD-Ortsstelle Wattens in Tirol, um deren ehrenamtliches Engagement für Menschen in Bergnot zu unterstützen.
Dass Menschen mit Handicaps - welcher Art auch immer - generell keine gnädigen Extrawürste oder "Mitleid" sondern gesellschaftliche Gleichberechtigung verdienen und brauchen, für dieses Faktum sind die Bergabenteuer von Andy Holzer ein guter Beweis.
Der Freigeist und Spitzensportler beweist seit Jahren mit immer neuen Unternehmungen, dass fehlendes Augenlicht keine Bremse sein muss, wenn es darum geht, sich in den Bergen zu bewähren, sportliche Hochleistung zu erbringen, Spaß zu haben und Freundschaften zu pflegen.
Die Bandbreite von Holzers Aktivitäten ...
... ist vielfältig. Sie reicht von Marathon-Skitouren (wie im Gasteiner Tal über 24 Stunden) über Höhenbergsteigen (wie bei seinem Gipfelerfolg auf dem Mount Mc Kinley) bis zu Klettereien (wie in der Nordwand der Großen Zinne in den Sextener Dolomiten auf dem Bild links), die außerhalb der körperlichen Reichweite von Zehntausenden alpinistischen "Normalverbrauchern" liegen.
Freunde und Gefährten
Natürlich funktioniert Alpinismus im Sinne Holzers etwas anders als bei jenen, die alle körperlichen Fähigkeiten nutzen können. Auch das ist ein Thema bei diesem Vortrag. Holzer würdigt naturgemäß auch seine Partner und Seilgefährten, mit denen er seine Abenteuer und Expeditionen unternimmt.
Vorbild gegen Mutlosigkeit und Verzweiflung
Er gibt vielen "Gesunden" (Was ist schon gesund? - und Leuten mit Handicaps) neuen Mut - ähnlich wie der Salzburger Ausdauersportler und Olympiasieger Thomas Geierspichler bei seinen grandiosen Rennen im Rollstuhl. Ob nach Unfällen, schweren Krankheiten oder bei angeborenen Handicaps auf körperlicher oder cerebralen Ebenen, einige der wichtigsten Dinge im Leben sind soziale Bindungen, Zusammengehörigkeit, Bekämpfung der Mutlosigkeit und das Hinausschieben scheinbar unverrückbarer Grenzen.
Wo immer diese im individuellen Fall auch liegen mögen. Die körperliche Hochleistung mag für die meisten nie so möglich sein wie bei Andy Holzer. Dennoch zeigt gerade er auch den "Gesunden", wo deren Grenzen liegen - und sei es nur beim mangelnden Verständnis und fehlenden Mitgefühl für Menschen, die nicht das große Los der Glorreichen und scheinbar Perfekten gezogen haben.
Termin: 30. Oktober 2009, 20.00 Uhr, Einlass ab 19.00 Uhr.
Ort: Wattens, Tirol - Mehrzweckgebäude Garbergasse 2
Eintritt: 10.- Euro zugunsten der Bergrettung Wattens