23. Februar war Jahrestag: Galtür 1999 ...
Tiroler Bergretter standen tage- und nächtelang im Großeinsatz: Zum 10. Mal jährte sich am 23. Februar die Lawinenkatastrophe von Galtür. 1999 kamen in dem kleinen Paznauntaler Ort insgesamt 38 Menschen ums Leben.
Katastrophenwinter 1999
Hintergrund der Katastrophe war eine Situation im gesamten Alpenraum, die den Winter 1999 als einen der katastrophalsten Lawinenwinter in die Naturgefahren-Chronik eingehen ließ. In Italien, in Frankreich, in der Schweiz und in Österreich richteten verheerende Lawinenabgänge massive Schäden an. In Galtür selber führten lang anhaltende Schneefälle und eine starke Windverfrachtung zu Schneemengen, die sechsmal höher als üblich waren.
Am 23. Februar 1999 ging um 16.00 Uhr vom Grießkogl in 2.700 Metern Seehöhe, 1.300 Meter oberhalb von Galtür, eine gewaltige Lawine ab. 87.000 Tonnen Schnee stürzten mit einer Geschwindigkeit von fast 300 km/h zu Tal. Die bis zu fünf Meter hohen Schneemassen zerstörten in einer Breite von 400 Metern den bis dahin als ungefährdet geltenden Ortskern der Tourismusgemeinde und begruben mehr als 50 Menschen unter sich.
Die Bergrettung stand von 23. bis 27. Februar 1999 fast rund um die Uhr im Schichtbetrieb im Einsatz. Insgsamt waren 378 Bergrettungsleute beteiligt. Sie leisteten 10.610 Einsatzstunden. Mehr als 5.700 Kilometer fuhren Bergrettungsautos bei dem Einsatz. 241 Sonden gingen zu Bruch, 90 Schaufeln brachen an dem teils extrem harten, komprimierten und gefrorenen Lawinenschnee.
Regionale Aufschlüsselung: Diese Ortsstellen des ÖBRD-Tirol beteiligten sich in Galtür und Valzur an Lebensrettungen,
Totbergungen und Aufräumungsarbeiten (nach ÖBRD Galtür alle alphabetisch gelistet):
Ortsstelle Galtür: 1.930 Einsatzstunden von 56 Bergrettungsleuten
Axams: 780 Stunden, 22 Bergretter
Fiss: 87,5 Stunden, sieben Bergretter
Flaurling: 300 Stunden, zwölf Bergretter
Flirsch: 92,5 Stunden, 19 Bergretter
Fulpmes: 564 Stunden, 16 Bergretter
Gries/Sulztal: 183 Stunden, sechs Bergretter
Hall: 303 Stunden, neun Bergretter
Imst: 906 Stunden, 26 Bergretter
Innsbruck: 60 Stunden, zehn Bergretter
Ischgl: 703 Stunden, 34 Bergretter
Kramsach: 474,5 Stunden, elf Bergretter
Längenfeld: 365 Stunden, 21 Bergretter
Landeck: 777,4 Stunden, 27 Bergretter
Landesleitung Tirol: 161 Stunden, vier Bergretter
Lawinenhundestaffel Tirol: 628 Stunden, 15 Bergretter
Mieming: 360 Stunden, sechs Bergretter
Nassereith: 216 Stunden, sieben Bergretter
Niederthai: Bereitschaft
Ötz: Bereitschaft
Pettneu: 38,5 Stunden, elf Bergretter
Pfunds: 186,5 Stunden, vier Bergretter
Ried: Bereitschaft
Rietz: 213 Stunden, sechs Bergretter
Sautens: 188,5 Stunden, neun Bergretter
Schönwies: 497 Stunden, 18 Bergretter
Seefeld: 177,5 Stunden, fünf Bergretter
Serfaus: 57 Stunden, sechs Bergretter
Telfs: 102 Stunden, drei Bergretter
Umhausen: 276 Stunden, acht Bergretter
Mehr dazu auf der Website unseres ÖBRD-Bundesverbandes - bergrettung.at
Reportage der Salzburger Nachrichten: Was läuft in Galtür zehn Jahre danach?